Beckenentzündung

Mittlere Dringlichkeit
-Mäßig schwer

Die Beckenentzündung (PID) ist eine akute Infektion der Strukturen des weiblichen oberen Genitaltrakts, die die gesamte Gebärmutter, die Eileiter und/oder die Eierstöcke oder Teile davon betreffen kann. Sie ist eine Komplikation von sexuell übertragbaren Krankheiten.

Ihre Entstehung beruht auf dem Aufsteigen von Keimen durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutter, die Eileiter und die Bauchhöhle.

Die Anzeichen und Symptome der PID variieren je nach Schweregrad der Infektion und dem verursachenden Infektionsorganismus und können symptomlos verlaufen oder mit starken Unterleibsschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber einhergehen. Zu den Komplikationen der PID gehören Unfruchtbarkeit oder das Risiko einer Eileiterschwangerschaft (aufgrund eines Verschlusses der Eileiter), Eiteransammlungen (Abszesse) in den Eileitern, Eierstöcken oder der Beckenhöhle. In schweren Fällen kann sich eine generalisierte Infektion oder Sepsis entwickeln, die lebensbedrohlich sein kann.

Die Diagnose sollte durch eine Befragung vermutet werden und wird durch die Ergebnisse von Kulturen zur Diagnose einer Infektion bestätigt. In der Regel sollte eine abdominale und gynäkologische Untersuchung durchgeführt werden, um den Ort der Unterleibsschmerzen zu bestimmen. Eine transvaginale Ultraschalluntersuchung ist häufig erforderlich, um das Vorhandensein von Beckenabszessen festzustellen. Ein Bluttest kann das Vorhandensein von Infektionsmarkern wie erhöhten weißen Blutkörperchen oder C-reaktivem Protein nachweisen, was die Diagnose erleichtert.

Die PID wird mit Antibiotika behandelt, die speziell auf den infektiösen Organismus abzielen, meist Chlamydien, Gonorrhö oder eine Kombination von infektiösen Organismen. Leichte Infektionen können ambulant behandelt werden, indem man zwei Wochen lang Antibiotika einnimmt. Schwere Fälle können eine Krankenhauseinweisung zur Beobachtung und intravenöse Antibiotika erfordern. Bei Abszessen im Becken kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein, um diese Ansammlungen abzuleiten.

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Verfasser/-in
Dr. Josep Estadella
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Symptome

    Weißlicher Scheidenausfluss


    Schmerzen im Unterleib


    Schmerzen beim Geschlechtsverkehr


    Genital- und/oder Analblutung beim Geschlechtsverkehr


    Schmerzen in der Lendenwirbelsäule oder im unteren Rücken

Prähospitale Empfehlungen

Nehmen Sie rezeptfreie Analgetika oder entzündungshemmende Mittel ein.
Konsultieren Sie Ihren Hausarzt über die Indikation von Antibiotika.