Infektion, die durch einen Parasiten, den "Trypanosoma cruzi", verursacht wird, der durch den Stich eines Insekts übertragen wird. Seltener kann sie auch durch die Einnahme kontaminierter Nahrungsmittel, Bluttransfusionen, Transplantation infizierter Organe oder über die Plazenta von einer infizierten Mutter auf ihren Fötus übertragen werden.
Das kontaminierte Insekt sticht eine Person oder ein Tier und lagert Parasiten ab, die durch die Wunde des Bisses oder durch Schleimhäute übertragen werden. Diese reifen heran, vermehren sich und gelangen in den Blutkreislauf, von wo aus sie andere Körperteile (in der Regel Herz, Verdauungssystem und Nervensystem) infizieren und die Symptome der Infektion hervorrufen.
Es wird geschätzt, dass weltweit 8 Millionen Menschen infiziert sind, wobei die Infektion in Süd- oder Mittelamerika, Mexiko und den USA häufiger auftritt.
Die Krankheit manifestiert sich in mehreren Stadien. In der akuten Phase kann der Bereich des Bisses (bekannt als "Chagom" oder "Zeichen der Romaña", wenn die Bindehaut betroffen ist) entzündet sein und geht mit einem allgemeinen Unwohlsein, Fieber und einer Zunahme der Größe der Lymphknoten, der Leber und der Milz einher. Die Symptome verschwinden in der Regel ohne Behandlung. Bei schwereren Fällen kann es zu einer Entzündung des Herzens oder einer Meningoenzephalitis kommen. Danach tritt der Patient in eine Phase ein, die Jahre dauern kann und in der der Parasit im Körper verbleibt, ohne jedoch Symptome zu verursachen (Latenzzeit). 20-40% entwickeln eine chronische Erkrankung mit Beteiligung des Herzens (Dilatation, Insuffizienz, Arrhythmie), des Verdauungstraktes (Erweiterung der Speiseröhre oder des Darms) oder des Nervensystems (Demenz).
Die Diagnose wird durch den Nachweis der Parasiten durch Untersuchung einer Blut- oder Gewebeprobe unter dem Lichtmikroskop gestellt. Es können auch andere Tests wie Serologie oder PCR durchgeführt werden.
Die Behandlung stützt sich auf antiparasitäre Medikamente: Benzonidazol oder Nifurtimox (vor Erreichen der chronischen Phase) und unterstützende Maßnahmen beim Auftreten von Komplikationen. Die Prävention ist wichtig, indem versucht wird, die Qualität und Hygiene der menschlichen Behausungen und Haustiere zu verbessern.
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