Eierstockzysten sind Ansammlungen von Flüssigkeit und/oder Gewebe innerhalb des Eierstocks. Das Auftreten von Eierstockzysten ist sehr häufig, meist bei Frauen im gebärfähigen Alter, kann aber auch nach der Menopause beobachtet werden.
Es gibt verschiedene Klassifikationen, aber häufig werden sie in zwei Gruppen unterteilt, je nach Ursache: funktionelle Zysten und organische Zysten.
Am häufigsten sind funktionelle Zysten, die durch Störungen im Ovulationsprozess entstehen. Sie sind absolut gutartig, sehr häufig und verschwinden von selbst. Wir können unterscheiden:
- Follikelzyste: Eine der Funktionen des Eierstocks ist es, eine kleine Zyste namens Follikel zu bilden, die die Eizelle enthält. Zum Zeitpunkt des Eisprungs bricht dieser Follikel auf, um die Eizelle freizusetzen. Wenn die Eizelle nicht freigesetzt wird, wächst der Follikel weiter und bildet eine Follikelzyste. Diese Zyste wird sich in den folgenden Zyklen spontan zurückbilden.
- Gelbkörperzyste: Der Bruch des Follikels zum Zeitpunkt des Eisprungs kann eine kleine Blutung innerhalb des Follikels verursachen. Normalerweise wird sich dieses kleine Hämatom in den folgenden Wochen zurückbilden.
Der andere Typ sind organische Zysten, die durch ein abnormales Wachstum eines Eierstockgewebes entstehen; sie verschwinden normalerweise nicht von selbst. Je nach Inhalt werden sie klassifiziert als:
- Seröses Zystadenom: enthält eine klare Flüssigkeit.
- Muzinöses Zystadenom: enthält eine dickflüssige, schleimige Flüssigkeit.
- Teratom oder Dermoidzyste: enthält Fett, Haare, Zähne, Knochen usw.
- Endometriom: enthält eine dunkle, dickflüssige Flüssigkeit, die Schokolade ähnelt, weshalb sie als "Schokoladenzysten" bezeichnet werden.
- Borderline-Eierstockzysten oder Eierstockkrebs: ihr Inhalt ist heterogen, fest und flüssig.
Die Diagnose von Eierstockzysten erfolgt durch gynäkologischen Ultraschall, obwohl manchmal eine Magnetresonanztomographie oder eine Computertomographie erforderlich sein kann, um den Zystentyp zu unterscheiden. Auch eine Blutuntersuchung zur Untersuchung spezifischer Marker kann bei der Diagnose helfen.
Im Allgemeinen ist keine spezifische Behandlung erforderlich, da die meisten nur leichte Symptome verursachen und nach sechs oder sieben Wochen von selbst verschwinden. Eine Operation kann erforderlich sein, wenn sie bestehen bleiben oder wenn sich die Zysten komplizieren und eine Blutung oder eine Verdrehung des Eierstocks verursachen. In diesem Fall kann die Zyste oder der gesamte Eierstock entfernt werden.
Antibabypillen können helfen, die Bildung von funktionellen Zysten zu verhindern, da sie das Wachstum der Follikel hemmen.
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