Die puerperale Endometritis ist eine Infektion des Endometriums, des Gewebes, das die Innenseite der Gebärmutter auskleidet, und tritt innerhalb der ersten zwei Wochen nach der Geburt auf.
Sie wird häufig durch das Aufsteigen von Bakterien aus dem unteren Genitaltrakt oder Urogenitaltrakt in die Gebärmutter verursacht. Vorzeitiger Blasensprung, verlängerte Geburt, eine Vorgeschichte von Gruppe-B-Streptokokken-Infektion während der Schwangerschaft, Kaiserschnitt oder instrumentelle Entbindung sind Risikofaktoren, die die Entwicklung einer Endometritis begünstigen.
Die häufigste Präsentation ist Fieber, möglicherweise verbunden mit Bauchschmerzen, anhaltendem Genitalbluten und übelriechendem Vaginalausfluss. Ohne Behandlung kann der klinische Zustand potenziell schwerwiegend werden und sich zu einer diffusen Beckenperitonitis oder sogar zu einer generalisierten Infektion wie Sepsis entwickeln.
Für die Diagnose ist die Krankengeschichte unter Berücksichtigung der Risikofaktoren und die gynäkologische Untersuchung zur Beurteilung von Vaginalblutungen und der Beschaffenheit des Ausflusses relevant. Es sollten Kulturen von Proben aus dem Gebärmutterhals und der Vagina durchgeführt werden. Um zu beurteilen, ob eine schwere Infektion vorliegt, sollte eine Blutuntersuchung angefordert werden, die bei Fieber von einer Blutkultur begleitet wird. Schließlich sollte eine gynäkologische Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden, um das Vorhandensein von Plazentaresten in der Gebärmutter auszuschließen.
Die Behandlung erfolgt mit fiebersenkenden Mitteln und Antibiotika. Möglicherweise ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich, bis sich die Symptome und Infektionsparameter verbessern. In Fällen, in denen Plazentareste nachgewiesen werden, kann eine chirurgische Evakuation mittels Hysteroskopie oder Kürettage erforderlich sein.
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