Übelkeit und Erbrechen sind während der Schwangerschaft häufig und werden durch einen schnellen Anstieg der Östrogenspiegel und der Beta-Untereinheit des humanen Choriongonadotropins (beta-hCG) verursacht. Im Allgemeinen treten sie in der 5. Schwangerschaftswoche auf, erreichen ihren Höhepunkt in der 9. Woche und verschwinden zwischen der 16. und 18. Woche.
Risikofaktoren für Hyperemesis sind:
- Vorgeschichte von Hyperemesis gravidarum in früheren Schwangerschaften
- Nulliparität (keine vorherigen Kinder)
- Fettleibigkeit
- Mehrlingsschwangerschaft
- Molare Schwangerschaft (eine Komplikation einiger Schwangerschaften, die zu einem Anstieg von b-hCG führt)
Hyperemesis gravidarum ist eine seltene Störung, die durch anhaltende, häufige (täglich und mehrmals täglich) und schwere Übelkeit und Erbrechen gekennzeichnet ist, die eine angemessene Ernährung der Schwangeren verhindern. Infolgedessen kommt es zu einem erheblichen Gewichtsverlust (mehr als 5% des Ausgangsgewichts), Dehydrierung und Stoffwechselstörungen. Frauen mit Hyperemesis gravidarum nehmen nicht genug Nahrung zu sich, um dem Körper Energie zuzuführen. Daher werden Fette zur Energiegewinnung verwendet, was zu einer Ansammlung von Abfallprodukten (Ketonen) führt, die als Ketose bezeichnet wird. Dies kann Müdigkeit, Mundgeruch und Schwindel verursachen.
Die durch schwere Hyperemesis verursachte Dehydrierung führt zu einer erhöhten Herzfrequenz (Tachykardie) und in seltenen Fällen zu abnormalen Herzrhythmen (Arrhythmien).
Bei Verdacht ist es wichtig, eine Blutanalyse und einen Urinsedimenttest durchzuführen, um festzustellen, ob eine Dehydrierung vorliegt und Elektrolytstörungen zu überprüfen. Zusätzlich sollte ein geburtshilflicher Ultraschall durchgeführt werden, um den Zustand des Fötus zu überprüfen und zu beurteilen, ob es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft oder eine molare Schwangerschaft handelt.
Die Behandlung der Hyperemesis gravidarum hängt von der Schwere der Symptome ab. Zunächst kann sie mit Medikamenten zur Verringerung von Übelkeit und Erbrechen behandelt werden. In einigen Fällen kann ein Krankenhausaufenthalt erforderlich sein, um intravenös Flüssigkeiten und Elektrolyte zu verabreichen.
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