Die vermeidend-selbstunsichere Persönlichkeitsstörung ist durch ein allgemeines Muster der Vermeidung und Einschränkung in sozialen Beziehungen gekennzeichnet, das auf ein intensives Gefühl von Schüchternheit, Angst vor Ablehnung und geringem Selbstwertgefühl zurückzuführen ist. Sie tritt bei 2-3% der Allgemeinbevölkerung auf, häufiger bei Frauen als bei Männern.
Die Ursache ist unbekannt, es wird jedoch angenommen, dass genetische und umweltbedingte Faktoren zu ihrer Entwicklung beitragen können.
Zu den Symptomen gehören starke Angst in sozialen Situationen, Schwierigkeiten beim Aufbau enger persönlicher Beziehungen, Gefühle der Minderwertigkeit, Angst vor Lächerlichkeit oder Demütigung und die Tendenz, Aktivitäten zu vermeiden, die den Kontakt mit unbekannten Personen beinhalten.
Die Diagnose basiert auf dem DSM-5, das spezifische Kriterien für die Diagnose dieser Störung festlegt. Diese umfassen das allgemeine Muster der sozialen Vermeidung, das damit verbundene signifikante Unbehagen und das Vorhandensein von Symptomen, die das soziale und berufliche Funktionieren beeinträchtigen.
Die Behandlung besteht aus Psychotherapie und in einigen Fällen aus Medikamenten wie Antidepressiva oder Anxiolytika zur Behandlung assoziierter Symptome wie Angst oder Depression.
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