Eine schwere Hypotonie wird in Betracht gezogen, wenn die Blutdruckwerte unter 50/30 mmHg liegen, d.h. deutlich unter dem normalen Blutdruck.
Es gibt mehrere auslösende Ursachen: Starker Blutverlust, Dehydrierung, schwere Infektion, schwere allergische Reaktion, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen oder Herzinsuffizienz und sogar eine plötzliche Veränderung der Körperlage. Einige Medikamente oder Substanzen können ebenfalls einen niedrigen Blutdruck verursachen (Alkohol, Anxiolytika, Antidepressiva, Diuretika, Hypotonie).
Die Erkrankung zeigt sich durch verschwommenes Sehen, Vertigo, Schwindel, Schwäche, Übelkeit oder Erbrechen, Schläfrigkeit, Brustschmerzen, Kopfschmerzen, Herzklopfen und/oder Ohnmacht.
Die Diagnose wird auf Grundlage der Messung der Vitalparameter (Blutdruck, Herzfrequenz, Temperatur, Atemfrequenz und/oder Blutzuckerkontrolle) gestellt. Diese sollte durch eine detaillierte Anamnese und in vielen Fällen durch eine Blutanalyse, Blutkulturen, ein Elektrokardiogramm, eine Röntgenaufnahme des Bauchs und/oder der Brust sowie eine Urinanalyse ergänzt werden.
Es ist entscheidend, die Ursache der Hypotonie zu behandeln. Wenn diese auf einen Flüssigkeitsverlust zurückzuführen ist, sollte eine intravenöse Flüssigkeitstherapie oder Bluttransfusion in Erwägung gezogen werden; bei einer aktiven Blutung kann eine dringende Operation erforderlich sein. Wenn die Hypotonie auf eine Infektion zurückzuführen ist, erfolgt die Behandlung mit Antibiotika. Wenn es sich um eine schwere Allergie (Anaphylaxie) handelt, wird der Kontakt mit der allergenen Substanz vermieden und Antihistaminika und/oder Kortikosteroide verabreicht. In schwereren Fällen sind Medikamente zur Erhöhung des Blutdrucks erforderlich. Wenn die Hypotonie durch einen schnellen Positionswechsel entstanden ist, kann sie weggehen, indem sich die betroffene Person hinlegt und die Beine anhebt, um den Blutrückfluss zu erleichtern.
Sollten Sie eine schwere Hypotonie erleiden, suchen Sie bitte Hilfe auf oder wenden Sie sich wegen des niedrigen Blutdrucks an die nächste Notaufnahme, da wichtige Organe wie Herz oder Gehirn nicht genügend Sauerstoff erhalten. Dies könnte zu erheblichen Folgen führen. Wenn die Person aufhört zu atmen oder einen Puls hat, sollte mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) begonnen werden.
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