Eine disseminierte Gonokokkeninfektion entsteht durch die Verbreitung von Neisseria gonorrhoeae-Bakterien über die Blutbahn. Sie gilt als eine sexuell übertragbare Krankheit.
Sie infiziert zunächst die Schleimhaut der Harnröhre, der Gebärmutter, des Rektums oder des Mundes und gelangt von dort in den Blutkreislauf, um andere Organe zu infizieren.
Zu den prädisponierenden Faktoren gehören: Menstruation, Schwangerschaft, kürzliche Geburten und sexuelle Promiskuität. Eine erhöhte Inzidenz wurde bei Nicht-Weißen, Menschen mit niedrigem sozioökonomischem Status, Homosexuellen und regelmäßigen Drogenkonsumenten festgestellt.
Die Krankheit äußert sich durch schmerzhafte Gelenkentzündungen, Sehnenentzündungen und Hautentzündungen. Sie wird in der Regel von Fieber, Schüttelfrost und allgemeinem Unwohlsein begleitet.
Die am häufigsten betroffenen Gelenke sind Knie, Ellenbogen, Handgelenke und Knöchel. Typischerweise sind die Gelenke asymmetrisch betroffen.
Die Diagnose stützt sich auf die klinische Anamnese, eine vollständige körperliche Untersuchung sowie Blut- und Gelenkflüssigkeitskulturen.
Die Behandlung basiert auf einer intravenösen Antibiotikatherapie. Die Sexualpartner der Patienten sollten die gleiche Behandlung durchlaufen.
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