Von fetalem Distress spricht man, wenn Veränderungen festgestellt werden, die die Sauerstoffversorgung des Fötus beeinträchtigen. Es handelt sich um eine Situation, in der es notwendig sein kann, die Schwangerschaft zu beenden, um die Gesundheit der Mutter und des Fötus zu erhalten.
Die häufigsten Ursachen sind Plazentainsuffizienz und feto-maternale Blutungen. Das Risiko ist höher bei Schwangeren über 40 Jahren, bei Frauen mit Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und/oder Raucherinnen.
Normalerweise zeigt sich der fetale Distress mit wenigen Anzeichen, wobei das wichtigste die mütterliche Wahrnehmung einer Abnahme der fetalen Bewegungen ist. Im Laufe der Schwangerschaft treten zunehmend fetale Bewegungen auf; der angemessene Erwerb und die Aufrechterhaltung dieser Bewegungen weisen auf eine korrekte neuromuskuläre Entwicklung und fetales Wohlbefinden hin.
Die Diagnose erfolgt durch klinische Befragung, wobei es wichtig ist, den Zeitpunkt festzustellen, an dem die Mutter die Abnahme der Bewegungen bemerkt hat. Es wird ein Ultraschall durchgeführt, um fetale Bewegungen, Herzfrequenz, Fruchtwassermenge sowie fetale und plazentare Durchblutung zu beurteilen. In der Regel wird dies von einer kardiotokographischen Aufzeichnung begleitet, um Gebärmutterkontraktionen und deren Auswirkungen auf den fetalen Herzschlag zu bewerten.
Die Ergebnisse dieser Tests sind entscheidend dafür, ob man die Schwangerschaft spontan weiterlaufen lässt oder die Geburt einleitet.
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