Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, die durch einen Protozoenparasiten der Gattung Leishmania verursacht wird. Sie wird auch als Kala-Azar bezeichnet, aufgrund der gräulichen Hautfärbung, die die Bewohner Indiens entwickeln, wenn sie die Krankheit bekommen.
Sie tritt hauptsächlich in Indien, Afghanistan, Brasilien, Kolumbien, Irak, Pakistan und Ostafrika auf.
Die Krankheit betrifft Menschen und verschiedene Tierarten, insbesondere Hunde. Sie wird durch Mückenstiche übertragen, und die Inkubationszeit von der Infektion bis zum Auftreten der Symptome kann von Wochen bis zu Monaten variieren.
Es wurde eine Zunahme der Fälle bei Patienten mit HIV-bedingter Immunschwäche beobachtet.
Die Krankheit manifestiert sich durch Fieber, das 2 bis 8 Wochen anhält, Müdigkeit und allgemeines Unwohlsein. Sie kann von Durchfall, Appetitlosigkeit, Muskelschmerzen und Husten begleitet sein. Nach Abklingen des Fiebers kann eine leichte Erhöhung der Körpertemperatur bestehen bleiben, und es kommt zu einer Vergrößerung von Milz und Leber sowie einer erdigen Hautfärbung. Ohne Behandlung kann sich der klinische Zustand verschlechtern und zu einer Verringerung der Blutzellen führen, was zu Anämie, Blutungen, verringerter Immunabwehr und Hautschwellungen führt. In schweren Fällen kann dies zum Tod der infizierten Person führen.
Eine viszerale Leishmaniose sollte vermutet werden, wenn die Symptome in endemischen Gebieten auftreten. Ein Bluttest sollte durchgeführt werden, um den Rückgang aller drei Zelllinien (weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen und Blutplättchen) nachzuweisen. Die sichere Diagnose erfolgt durch eine Knochenmarkpunktion und -aspiration, wo der Parasit gefunden werden kann. Eine weitere Option ist die Durchführung einer Leberfunktionsprüfung und -analyse.
Die am häufigsten verwendete Behandlung sind antimonhaltige Medikamente. In Fällen, in denen der Patient an Nierenversagen leidet, kann Amphotericin B als Alternative mit sehr guten Ergebnissen eingesetzt werden. In einigen Fällen können Bluttransfusionen erforderlich sein, um die durch die Infektion verursachten Defizite zu korrigieren.
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