Vulvodynie wird als ein Unbehagen im Bereich der Vulva über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten definiert und gilt daher als eine Form chronischer Beckenschmerzen. Studien zufolge kann sie bis zu 16% der Frauen betreffen.
Die Ursache ist noch unbekannt, wird aber als multifaktoriell angesehen: embryonaler Ursprung, chronischer Entzündungsprozess, genetische Immunfaktoren, Umweltfaktoren (Infektionen, Verwendung reizender Substanzen, Trauma), hormonelle Veränderungen und Infektionen mit dem humanen Papillomavirus.
Sie manifestiert sich durch Schmerzen im Vulvabereich, die sich als Brennen, Entzündung, pulsierendes Gefühl, Stechen, Jucken und Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs (Dyspareunie) äußern können.
Die Diagnose erfolgt durch die Krankengeschichte, die gynäkologische Untersuchung und den Ausschluss anderer Ursachen. Eine gründliche Bewertung der Schmerzanamnese, der sexuellen Vorgeschichte, der klinischen Situation und der körperlichen Untersuchung sind grundlegende Elemente für eine gute Diagnose. Es ist wichtig, spezifische Störungen, die den Schmerz verursachen könnten, zu identifizieren und zu behandeln, bevor man ihn als Vulvodynie bezeichnet.
Das Hauptziel der Behandlung ist es, die Schmerzen zu reduzieren, die Lebensqualität zu verbessern und die sexuelle Funktion wiederherzustellen, falls diese beeinträchtigt ist.
Es gibt eine Reihe allgemeiner Maßnahmen, die in allen Fällen berücksichtigt werden können:
- Keine Damenbinden verwenden, die nicht aus Baumwolle sind.
- Baumwollunterwäsche tragen und gründlich waschen, um Rückstände von Waschmitteln oder Weichspülern zu vermeiden.
- Gleitmittel für den Geschlechtsverkehr verwenden.
- Keine Intimduschen oder Seifen im Genitalbereich verwenden, nur Wasser und mit einem weichen Tuch trocknen.
- Milde Seifen für das allgemeine Bad verwenden.
- Enge Höschen oder Hosen im Genitalbereich vermeiden.
Eine korrekte Behandlung erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der Präventionsmaßnahmen, psychologische Behandlung, Beckenbodenphysiotherapie und medizinische Therapie (lokale Anästhetika, entzündungshemmende Mittel oder Antidepressiva) umfasst. In ausgewählten Fällen kann eine Operation des Dammbereichs, eine vulväre Vestibulektomie, in Betracht gezogen werden.
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